... und das Gärtnern natürlich auch!Nach einem gemütlichen Montag rückten wir am letzten Dienstag unserem Gastgarten zu Leibe. Obwohl mindestens drei Grüne Daumen beteiligt waren, war es ganz schön schweißtreibend.


Hier das Resultat:

Ein Gemüsegarten (bisher noch ohne Gemüse).
Da wir fleißige Kölner Heinzelmännchen sind, ruhten wir nicht und bereiteten ein köstliches Mahl für unseren zauberhaften Gastgeber. Es gab mit Reis gefüllte Paprika und Zucchini, dazu
Löwenköttel. Da wir gerade schon beim Gärtnern sind: gestern waren wir wieder am Werk. Der Mann und die Frau mit den Scherenhänden, machten allerlei Gewächsen den Garaus.

Viktor HarborAm Mittwoch, nachdem wir wieder mit unserem Gasthund joggen waren, machten wir uns zu fünft auf in Richtung Wasser. Zuerst zeigte uns unser Gastvater den alten Hafenort Goolwa, wo am Wochenende zuvor das
Wooden Boat Festival vorbeigeschwommen war. Gegen den Widerstand der Aborigines wurde dort eine große Brücke gebaut, die es uns nun ermöglichte, bis auf Sichtweite an die Mündung des
River Murray heranzufahren.
Weiter gings zu einem der Staudämme, die das Meerwasser vom Fluß fernhalten sollen. Derzeit sind aber alle Schleusen offen. Südaustralien erlebte einen der regenreichsten Sommer aller Zeiten und so strömt das Wasser nur so Richtung Meer - was die Pelikane aber nicht vom Fischen abhält.

Zur besten Lunchtime erreichten wir Victor Harbor und verleibten uns hervorragende Chips (fast schon belgische Qualität, da 2mal frittiert) und Fische ein. Leckere Sache, auch ohne Soße. Und die ideale Stärkung für einen Rundgang auf Granite Island, direkt vorm Städtchen gelegen. Da gibts eine von
Pferden gezogene Tram zu bestaunen, gegen Felsen krachende Wellen und des Abends auch einige Tausend Pinguine.

Die kommen täglich von ihren bis zu 25km weiten Fischzügen zurück auf die Insel.

Anstatt darauf zu warten (und für die "Führung" ordentlich zu blechen), stürzten wir uns aber lieber selbst in die Wellen. Die Meerjungfrau rannte mit den Möwen um die Wette und der Wellenritter der Kokosnuss machte Bekanntschaft mit dem einzigen Felsen dieses wunderschönen Sandstrandes.
Wasserfälle und WetlandsAm Donnerstag konnten wir unserem Wanderinstinkt endlich freien Lauf lassen, auf dem Weg zum Waterfall Gully, suchten wir beinahe zwei Stunden nach dem Eagle on the Hill. Was auf den Wegweisern so vielversprechend klang war aber nur ein runtergekommener Rastplatz direkt an der Strasse. Die war bis vor etwa zehn Jahren der einzige Weg in die Adelaide Hills, früher wurde sogar Wegzoll erhoben. Unten im Tal futterte direkt neben dem Weg eine Känguruhfamilie - unsere ersten Kängus in freier Wildbahn!

Und am Ziel unseres Weges gab es Wasserfälle zu bestaunen und mindestens genauso tolle umgefallene Baumstämme ;)



Beim Rückweg hoch zum Mount Lofty packte uns der Ehrgeiz; Fotografieren war verboten, Trinken nur während des Laufens erlaubt. Auf dem etwas gemütlicheren Rückweg zur Park'n'Ride-Metropole Crafers begleiteten uns 1001 Schmetterlinge auf unserem herrlich einsamen Pfad.
Und dank unserer zauberhaften Gastmutter wussten wir kurze Zeit später auch, dass die australier die besten Tacos servieren (mit Ausnahme vielleicht von ein paar Mexikanern).
Am Freitag spazierten wir von der Wohnung unserer Gastschwester aus etwa eine Stunde in die örtlichen Wetlands. Unser Ziel: Einer der berühmten öffentlichen Grills. Die sind mit Strom oder Gas betrieben, kostenlos (weil die Münzen zu oft geklaut wurden, als die halbe Stunde noch einen Dollar kostete) und stets in Gesellschaft
öffentlicher Toiletten anzutreffen (von denen es übrigens fast 17.000 im Lande gibt, wenn wir uns nicht verzählt haben). Wir hatten ein herrliches (Reste-)BBQ und abends nach einem Bummel über den Cetral Market in der City dementsprechend wenig Hunger. Zum Glück nahmen wir bei einem Chinesen mit drehbarer Tischplatte Platz, so dass wir Reis für alle bestellen und teilen konnten. Besonders hervorzuheben ist das (mit Wok-Gemüse gefüllte)
Vogelnest!




Flinders RangesAm Wochenende gings ins südaustralische Hochgebirge, benannt nah dem wichtigsten
Entdecker des Staates. Früh gings los und allein schon die
Old Stone Hut Bakery mit ihren Pies war die Reise wert Gegen Mittag erreichten wir unser Nachtquartier, dem beschaulichen Örtchen Melrose am Fuße des
Mount Remarkable Dort testeten wir unser Zelt, unser Gastfmilie schlief in einer family cabin des Caravan Parks. Am Samstag unternahmen wir sage und schreibe drei Spaziergänge, so sahen wir zwar nicht den fast 1000 Meter hohen Gipfel von nahmen aber dafür viele andere schöne Dinge. Abends klassisches BBQ, bei dem uns irgendwas (vermutlich ein Opposum) aus den Bäumen bewarf. Und des nachts zogen die Schlangen ihre Bahnen unter der Zeltplane.
Um kurz nach sechs tappten wir wieder den Berg hoch, um den Sonnenaufgang zu bestaunen. An einen Gipfelsturm war aber auch diesmal nicht zu denken, schließlich wartete ein Geburtstagsfrühstück auf Mareike (britisch-deutsch) und vor allem der Flinders Rangers National Park 200 km nördlich.


Das Highlight des Parks heißt Wilpena Pound (ein paar aufgemotzte Eindrücke
hier)- ein rund 80 km² großer Talkessel, der von Bergen umgeben und nur durch einen schmalen Durchgang erreichbar ist. Wir spazierten hinein, durch eine fast tropische Landschaft. Unsere Gastgeber hatten auch schon auf der Herfahrt gestaunt, wie der viele Regen des Outback ergrünen hat lassen. Alle gemeinsam schafften wir es auf einen 720 Meter hohen Lookout und sangen ein Geburtstagsständchen. Außerdem gratulierten noch Emus, Känguruhs und (von den Spinnen mal abgesehen) zahlreiche Ziegen. Letzteren sollte es einen Tag später an den Kragen gehen. Da sie allerhand anknabbern und sich wohl zu schnell vermehren, werden sie per Helikopter gejagt.


Tja, das Outback ist eine rauhe Gegend. Davon konnte wir uns auch auf der fast sechsstündigen Rückfahrt noch einmal überzeugen. Wir stärkten uns mit den "schlechtesten Pommes des Landes" in Port Wakefield. Bei Port Augusta passierten wir übrigens das Kohlekraftwerk, welches fast ganz Südaustralien mit Strom versorgt. Die Kohle dafür kommt aus einem Ort 150km nördlich vom Wilpena Pound per Zug. Viel billiger kann man Strom wahrscheinlich nicht herstellen...
Das das nicht ohne Folgen für die Umwelt bleibt, hat sich inzwischen auch schon bis in die Adelaide Hills herumgesprochen. Im schönen Stirling, wo wir am Montag shoppen waren, gibt es gleich mehrere Möglichkeiten umweltfreundlich einzukaufen. Wir kehrten im
Organic Market ein, staunten über die Preise (z.B. ein kleines Päckchen Tartex für über 5 Euro) und fanden immerhin ein erschwingliches Milchpulver, das wir bald benutzen können.
Morgen geht es nämlich nach Melbourne (zu Gastonkel und -tante ;-)) und am Samstag endlich auf den
Great Ocean Walk - Abenteuer (Spinnen, Schlangen, Regengüsse...) wir kommen!!! Bis in 14 Tagen!