Nachdem wir am DIENSTAG die Surfshops in Adelaide City abgeklappert hatten, waren wir um 100 Dollar ärmer, aber stolze Besitzer von 1A Markenware: der Schwabe ergatterte ein um 75% reduziertes Stück Stoff, bei dem er erstmal nachfragen musste ob es auch swimable ist; die Ruhrpottschönheit hingegen schnappte sich ein ganz edles Teilchen, Preis und Hersteller können wir leider nicht verraten, nur soviel: es fängt mit Billa an und hört mit Bong auf ...
Auf der Shoppingmeile bestaunten wir eine Zeit lang einige Künstler, die dort im Rahmen des Fringe Festivals auftraten. Besonders gut gefiel es uns am River Torrens, der mitten durch die Stadt fließt und im Botanischen Garten wo wir zwischen Papageien, Palmen und Blumen besonders entspannen konnten - wenn ein gewisser W. nicht immer so schnell voraus gerannt wär.
Das schöne an der Millionenstadt Adelaide ist, dass sie am Reisbrett entstanden ist. Ein britischer Colonel namens Leid plante sie vor rund 170 Jahren. Deshalb gibt es dort soviele Parks und man kann sich nur schwer verlaufen.
Während die Damen Eiscreme schlabberten, flüchtete der ehrenwerte Herr ins Museum und in die Art Gallerie. Den Abend ließen wir mit "Left overs" und Cricket ausklingen, nachdem uns unsere Gastgeber, die Beide in der City arbeiten, mitgenommen hatten.
Wein und Pizza im BAROSSA VALLEY
MITTWOCH, 11 Uhr: Wir machten uns auf den Weg zu einem Gelage größeren Ausmaßes. Es ging ins Barossa Valley, wo über fünfzig Winzer mit offenen Kellertüren lockten. Ein deutscher Seppel namens Seppelt hatte dort schon kurz nach der Gründung der Kolonie die ersten Trauben angebaut. Er war so erfolgreich, dass später ein ganzes Dorf nach ihm benannt wurde. Im zweiten Weltkrieg musste Seppeltsfield allerdings umbenannt werden, weil es zu deutsch klang. Hungrig von den Erzählungen unseres Historikers W. genehmigten wir uns erstmal eine Pizza. Und zwar im "40s Cafe" in Angaston das angeblich die beste Pizza Südaustraliens macht (mindestens!). Naja, war auf jeden fall crispy und die nach Art des Schuppens (bei dem Klima braucht man meist keine richtigen Häuser) war sehr delikat, mit vielen karamelisierten Zwiebeln. Außdem gabs vom "chef" selbstgekelterten Rotwein. Dank unserer Top-Chauffeurin und auch weil wir aus Versehen ein Ziel in New South Wales (rund 1000 km entfernt) ins Navi eingegeben hatten, sahen wir viel von dem schönen Tal, besonders gefiel der bergige Rückweg. Abgerundet hatten wir unseren Besuch zuvor mit einer Weinprobe in einer kleinen "winery", die sogar noch umweltfreundlich zu sein schien. W. wähnte sich schon im richtigen Alter für eine Flasche Port. Außerdem erstanden wir ein Fläschchen Zinfandel, das wir mit Mareikes letzjährigem Reisekompagnon Emmanuel des Abends in Chinatown leerten. Mitgebrachten Wein zu trinken kostete beim örtlichen Gourmet-Chinesen schlappe 12 Ocken, dafür war auch Einschenken inklusive und wir bekamen die Frühlingsrollen umsonst. Es gab Reis für alle und jeder probierte bei jedem. Mit drei sündhaft teuren Kugeln Eis im Magen, rannten wir kurze Zeit später auf dem Bus und ließen uns zufrieden die "hills" hochschaukeln.
HIKING AND COOKING
Am DONNERSTAG ließ uns unser Gastvater am botanischen Garten im Cleland National Park auf halbem Weg in die City raus. Der Garten war schön groß, beherbergte allerlei Gewässer und Getier, steile Hänge und nicht zu vergessen hervorragende sanitäre Anlagen (es war dringend!). So machten wir uns erst nach rund zwei Stunden auf den Weg zu unserem eigentlichen Ziel: den Wanderwegen rund um den Mount Lofty. Nachdem wir diesen Pimpf (mit lächerlichen 727 Metern höchster Punkt der Region) erklommen hatten, wanderten wir fast eine Stunden bergab. Der Wandersmann war vor allem von der Landschaft beeindruckt, die Wandersfrau eher von den hochkeuchenden Mitmenschen.
Da wir einen von drei täglich verkehrenden Bussen kriegen mussten, war irgendwann Umkehren angesagt und es ging wieder ein wenig bergauf zum Cleland Wildlife Park. Bevor wir in den Bus stiegen hatten wir noch genug Zeit, um durch den Zaun die fünfbeinige Gangart (inkl. Schwanz) der Känguruhs zu bestaunen.
Gemeinsam mit unserer Gastschwester kauften wir ein und bereiteten in ihrer Wohnung ein köstliches Mahl, denn der Rest der Familie war zum Essen eingeladen. Als die mit gekühltem Bier und Wein eintrafen und auch tapfer alle Gänge aufaßen, war der Abend perfekt.
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